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Geschichte und Entstehung
Kickboxen entstand in den 70er-Jahren in den USA, wo eine große Zahl traditioneller asiatischer Kampfsportarten vorherrschte. Das Kickboxen ging aus dem Sportkarate hervor und vereinte Techniken des Boxens (mit der Faust) und des Karate (Kicks und Fußtechniken).

 

Welche Philosophie steckt hinter Kickboxen ?
Kickboxen wird oft als bloße “Prügelei” im Sinne von Straßenschlägereien angesehen. Ursächlich ist die fehlende Tradition, weil der Westen die verschiedenen Techniken aller Kampfsportarten übernommen hat, ohne aber die Ethik und Philosophie zu berücksichtigen. Eine weitere Tatsache ist, dass sich auch kriminelle Menschen der Kampfsportarten bedienen, im Umkehrschluss kann man aber nicht sagen, dass Kickboxer automatisch respektlos und angriffslustig wären. Es kommt immer darauf an, was man mit der Technik macht. Ein Messer kann im Haushalt ein nützlicher Helfer sein, in den falschen Händen wird es allerdings zur gefährlichen Waffe. Das Kämpfen liegt in der Natur der Menschen, deshalb sind die Kampfsportarten die ältesten Sportarten der Welt. In Ägypten wurde bereits vor 5000 Jahren geboxt, auch aus dem antiken Griechenland kennen wir Boxen und Ringen aus alten Überlieferungen. Die Aggression und der Kampfgeist sind Bestandteile des Menschen und der Natur. Unser Gehirn funktioniert noch so wie vor Tausenden von Jahren, werden Aggressionen unterdrückt oder verleugnet, kann das durchaus gefährlich werden. Deshalb ist es sinnvoll, in einer zivilisierten Gesellschaft einen Ausgleich zu schaffen. Die vorhandenen Aggressionen müssen kanalisiert werden. Es geht nicht nur darum, den Gegner zu besiegen, sondern auch sich selbst, indem man seine Grenzen erkennt und darüber hinauswächst. Kickboxer sind keine Schlägertypen. Diesen fehlt meist das Durchhaltevermögen, während Kickboxer hart und lange trainieren, um an ihr Ziel zu kommen. Die Kämpfe beim Kickboxen sind hart, dennoch gibt es zahlreiche Regeln, die für Fairness sorgen und nach dem Kampf sollte es keine Rivalitäten geben.

 

Die Wettkampfarten
Beim Semikontakt wird der Kampf nach jedem Treffer unterbrochen und die Kämpfer gehen in ihre Ausgangsstellung zurück. Die Treffer werden von drei Kampfrichtern beurteilt, stimmen diese nicht überein, gibt es keinen Punkt, weil die saubere Ausführung der Techniken von zentraler Bedeutung ist. Die Kämpfe der Semifights finden meist auf Matten statt, die 6x6 oder 8x8 Meter groß sind. Während leichte Treffer einen Punkt zählen, werden komplexere Techniken, z.B. gesprungene Fußtechniken zum Kopf, höher bewertet.
 

Der Leichtkontaktkampf findet in der Regel auf Matten statt, mit dem Ziel, möglichst viele Treffer zu landen. Es wird beständig weitergekämpft, Unterbrechungen wie beim Semikontakt gibt es nicht, dafür muss eine Schutzausrüstung getragen werden. Leichtkontaktkämpfe sind technisch anspruchsvoll und gehen stark auf die Kondition, deshalb zählen diese Kämpfe bei Turnieren zu den Höhepunkten. Jeder Punktrichter bewertet jede Runde einzeln, insbesondere nach der Anzahl der Treffer, zudem kann ein sogenannter Hilfspunkt für bessere Taktik und Technik verteilt werden.
 

Der Vollkontaktkampf (K-1 Rules) wird in einem Boxring ausgetragen, wobei neben dem Sieg nach Punkten auch ein KO (technisch oder körperlich) möglich ist. Tritte gegen die Oberschenkel sind bei Vollkontaktkämpfen meist erlaubt, sie gelten als “Königsdisziplin” unter den Kickboxern.

 

Entscheidungen
Ein Kampf kann beendet werden, wenn ein Niederschlag erfolgt, KO gibt es nur bei Vollkontaktkämpfen. Außerdem ist ein Sieg verzeichnet, wenn einer der Kämpfer aufgibt oder ein Abbruch wegen einer Überlegenheit in der Technik erfolgt (nur bei Semikontakt). Der Kampf kann auch abgebrochen werden, wenn der Gegner Verteidigungs- und Kampfunfähig oder sportlich deutlich unterlegen ist. Abbrüche erfolgen darüber hinaus bei Verletzungen, Siege können außerdem durch Punktewertung oder Disqualifikation des Kontrahenten erfolgen. Unentschieden sind nur bei Mannschafts-, Freundschafts- oder Einzelkämpfen möglich, nicht aber bei offiziellen Turnieren. Tritt ein Kämpfer nicht an, hat automatisch sein Gegner gewonnen. Infolge höherer Gewalt kann ein Kampf auch ohne Entscheidung abgebrochen werden.

 

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